Friedrich Sello: Brasilianische Landschaft
(Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität Berlin = MfN)
Ein deutscher Naturforscher in Brasilien:
Friedrich Sello
(1789-1831)
Es klingt wie ein Märchen: Friedrich Sello, ein völlig mittelloser junger Gartengehilfe, Sohn eines königlichen Küchengärtners in Sanssouci, träumte davon, fremde Länder zu bereisen.
So unwahrscheinlich es auch schien - er verwirklichte seinen Traum. Anfang des 19. Jahrhunderts bereiste er als Naturforscher mehrere Provinzen Brasiliens und Uruguays.
Von Haus aus Botaniker, war sein Interesse universell.
In 17 Jahren brachte er umfangreiche Sammlungen zusammen, die einen wesentlichen Grundstock der Berliner Südamerika-Sammlungen bilden, bis heute unverzichtbar für die Südamerika-Forschung und die Evolutionsforschung.
Bald nach seinem 7. Geburtstag war Friedrichs Vater gestorben. Sicherlich war das für ihn ein tiefgreifendes Erlebnis. Vermutlich auf Empfehlung seiner mütterlichen Großeltern Lüder gab seine Mutter ihn in die Obhut der Herrnhuter Brudergemeine.
Am 23. Dezember 1796 ist im Tagebuch der Brudergemeine in Groß-Welka eingetragen: "Heute kam das Knäbgen Friedrich Sello von Potsdam in die hiesige Pensions Anstalt." -
In der Nachfolge von Rousseau legten die Lehrer der Brudergemeine eine starke Betonung auf naturkundliche Pädagogik.
Die Missionare der Brudergemeine hatten bereits in die Welt reisende Naturforscher in ihren Reihen und begannen eine bedeutende Sammlung in Herrenhut anzulegen.
Hat der junge Friedrich dort erste prägende Eindrücke erhalten?
Es wird auch berichtet, dass er sich von frühester Jugend an abhärtete, auf dem bloßen Boden schlief, rohen Fisch und frisch geschlachtetes Geflügel aß und sich so auf seinen späteren Beruf vorbereitete.
Es lag ja in der Luft: Friedrich wird die Berichte über Entdeckungsreisen, z. B. die Reisen von James Cook, gekannt haben (1768-1780).
Der Botaniker und Naturforscher Joseph Banks begleitete Cook auf seiner ersten Reise - Banks gab später Friedrich Sello ein Darlehen und ermöglichte ihm die Reise nach Brasilien.
Begleiter auf der zweiten Weltreise Cooks war der junge Georg Forster. Sein Buch "Reise um die Welt" und sein Bericht über eine Reise an den Niederrhein, die er mit Alexander von Humboldt unternahm, sind Vorbild für eine neue literarische Gattung, den wissenschaftlich fundierten Reisebericht.
Eine neue, wissenschaftliche Sichtweise auf fremde Länder und ihre Bewohner, ihre Tier- und Pflanzenwelt usw. setzte sich durch.
Friedrich Sellos Sammlungen
Seine Sammlungen gelangten in 151 Kisten in 23 Sendungen nach Berlin: Die Herbarien, Sämereien und lebende Pflanzen kamen an den Botanischen Garten, die zoologische und die mineralogische Sammlung gelangten an das Museum für Naturkunde. Man hat errechnet, dass der Geldwert dieser Sammlungen bei weitem die Summe übertrifft, die man dem Naturforscher von Seiten des preußischen Staates seit 1823 zukommen ließ. Der wissenschaftliche Wert allerdings sei unschätzbar - das gilt auch noch heute.
Das ist jedoch nicht alles. Seine ethnographischen Sammelstücke gelangten in die Königliche Kunstkammer, später in das ethnologische Museum und gerieten in Vergessenheit. Sein umfangreicher schriftlicher und zeichnerischer Nachlass war lange verschollen, wurde erst in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder entdeckt, katalogisiert und inventarisiert.
Transskription des nebenstehenden Textes anzeigen
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Aus dem Bericht des Ministeriums der Geistlichen-, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten
(GStA PK, Berlin, I HA Rep.89, Nr.19 566)
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In Paris:
Friedrich Sello, der junge Gärtner, reiste also im Jahre 1810 von Berlin nach Paris.
Dort hörte er naturwissenschaftliche Vorlesungen an der Sorbonne und arbeitete im Botanischen Garten, im Jardin des Plantes, um sich einen bescheidenen Lebensunterhalt zu verdienen.
War es Zufall, dass er dort dem großen Alexander von Humboldt begegnete, der nach einem kurzen Aufenthalt in Preußen wieder in Paris war und an seinem Reisewerk arbeitete?.
Es war allerdings kein Zufall, dass Friedrich den großen Reisenden kennenlernte, schließlich hatte er schon zwei Jahre als Gehilfe im Botanischen Garten in Berlin-Schöneberg gearbeitet, und zwar unter dem Botaniker Carl Ludwig Willdenow, einem Jugendfreund Humboldts.
Auch Humboldt fand Gefallen an dem jungen Mann, wurde sein Gönner, ließ ihn teilhaben an seinen Reiseerfahrungen, instruierte ihn über die wissenschaftliche Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer Forschungsreise.
Darüber hinaus verschaffte er ihm Bekanntschaften und setzte sich schließlich auch bei Fouché, dem gefürchteten Polizeiminister, ein, um dem jungen Gärtner einen Pass für eine Reise nach England zu erwirken. Wegen der Kontinentalsperre konnte Sello nicht direkt nach England gelangen, möglicherweise reiste er auf Schleichwegen durch die Niederlande, vielleicht musste er tatsächlich einen Umweg über Stockholm machen, um nach England zu gelangen.
Humboldt finanzierte die Reise.
Friedrich Sello hat ihm je ein Exemplar aus seiner umfangreichen Pflanzensammlung vermacht. Humboldt seinerseits benannte eine Pflanzengattung nach dem Freund und blieb der Familie Sello, insbesondere Hermann Sello, freundschaftlich verbunden.
Eine letzte Ehre erwies der Hofgärtner Alexander v. Humboldt, als dieser im Schloss Tegel aufgebahrt wurde: er brachte Grün und blühende Gewächse von Sanssouci dorthin.
In London:
Karton mit den Tagebüchern. Der Karton enthält 70 Tagebücher Sellos (auch Eintragungen von Olfers) sowie ein Skizzenbuch Sellos. Die TB sind nur schwer lesbar; sie enthalten wissenschaftliche Notizen, Aufzeichnungen über Messungen usw., z.T. mit Bleistift, manchmal mit Tinte überschrieben, z.T. in einer Kurzschrift, sowie Zeichnungen
(MfN)
Doppelseite aus einem Tagebuch
(MfN)
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Auch in England bewegte der junge Preuße sich in erlauchtesten Botanikerkreisen - an der Spitze der große Botaniker Sir Joseph Banks, einst Begleiter von James Cook bei dessen erster Weltumsegelung und nun hochgeehrter Präsident der Royal Society.
Friedrich vertiefte am Britischen Museum seine Kenntnisse in Zoologie und Mineralogie, er machte sich mit der Kunst des Präparierens und Konservierens unter tropischen Bedingungen vertraut.
Auch in London musste er für seinen Lebensunterhalt arbeiten, vielleicht, indem er Pflanzen für das Herbarium von Dr. John Sims sammelte.
In London blieb er 1 ½ Jahre, eine Zeit des Lernens und des Wartens, ohne rechte Aussichten, das zu erreichen, was er so "brennend" - so einer seiner Gönner - wünschte: eine Forschungsreise nach Brasilien.
Schließlich lernte er Georg Heinrich von Langsdorff kennen. 1812 war dessen Bericht über die Krusenstern'sche Expedition nach Russisch-Amerika erschienen, an der er als naturwissenschaftlicher Begleiter teilgenommen hatte. Auf der Insel St. Catharina hatte er einen ersten und überwältigenden Eindruck von der tropischen Natur Brasiliens gewonnen. Nun war er im Begriff, als russischer Gesandter nach Rio de Janeiro zu gehen.
Jetzt bot sich Friedrich die Chance, seinen Lebenstraum zu verwirklichen.
Allerdings - er besaß kaum einen Pfennig eigenes Geld; sein preußisches Vaterland rang noch immer um seine Existenz.
Da erwiesen Sir Banks und Dr. Sims dem jungen Botaniker großes Vertrauen: sie gaben ihm ein Darlehen, so dass er 1814 nach Brasilien segeln konnte.
Friedrich Sellow, wie er sich nun nannte, rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen - schon nach einem Jahr hatte er seine Schulden getilgt, durch Übersendung von getrockneten Pflanzen, Sämereien, Vogelbälgen usw. - (In der wissenschaftlichen Literatur werden beide Namensformen verwendet; wir bleiben bei "Sello", dem Namen der traditionsreichen Gärtnerfamilie, aus der er stammt.)
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Reisen in Brasilien und Uruguay
Friedrich Sello: Einfahrt in den Hafen von Rio de Janeiro mit der Insel Nossa Senhora da Boa Viagem
(Löschner 1988, S. 165)
Auf dem Landsitz v. Langsdorffs konnte Friedrich sich mit Land und Leuten und der Sprache vertraut machen, ehe er zu größeren Expeditionen aufbrach. Schließlich besserte sich auch seine finanzielle Lage: er bekam eine jährliche Unterstützung des Königs, später Kaisers von Brasilien, der an der Erschließung des Landes interessiert war, und dann gelang es auch seinen Gönnern in Preußen, Geldmittel für den "wackeren" Sello locker zu machen
"Unter den größesten Beschwerden, auf den unwegsamsten Straßen, mit den größesten Lebensgefahren wagte er [Friedrich Sello] sich bis tief in das Land, […]" heißt in dem Bericht von 1835. Reißende Flüsse waren zu überwinden, auf rutschigem Gebirgspfad stürzte Sellos Pferd, er brach sich des Schlüsselbein. (GStA PK)
Federzeichnung des Prinzen zu Wied: Rückkehr von einem Besuch bei den Puri
(Löschner 1988, S. 84)
Eine Federzeichnung des Prinzen Maximilian zu Wied-Neuwied, den Friedrich auf seiner Forschungsreise 1815-1817 streckenweise begleitete, zeigt Expeditionsteilnehmer bei der Rückkehr von einem Besuch bei den Puri: Friedrich Sello reitet voran, er ist bekleidet mit Gehrock und Zylinder und trägt Gamaschen. Ähnlich sind auch der Ornithologe G.W. Freyreiss und der Prinz zu Wied bekleidet, der allerdings einen Dreispitz trägt. Die begleitenden Puri tragen lockere Hemden, einer auch Hosen.
Aus dem Bericht des Prinzen zu Wied:
"Wir fanden […] in den Sümpfen zwey weissblühende Nymphea-Arten, […] ferner eine hohe weissblühende Alisma, wahrscheinlich auch neu, mit schmalem länglichtem Blatte. Es war nicht / leicht, der schönen Pflanze in dem tiefen Sumpfe habhaft zu werden,; Herr Sello fiel tief in das schwarze Moorwasser ein; auch mir erging es, als ich beschäftigt war die Sumpfvögel zu beschleichen, nicht besser." (Zitiert bei Hackethal, S. 217)
Weitere Reisen unternahm Friedrich Sello zusammen mit Ignaz von Olfers, Mediziner und Naturwissenschaftler, später erster Direktor der Königlichen Museen in Berlin. Auf den Reisen entstand eine lebenslange Freundschaft. Auch Olfers sollte je ein Exemplar aus Sellos Pflanzensammlung erhalten. Er schrieb über Sello: "Er ist ein guter Botaniker, und ein fleißiger Sammler, der auch die anderen naturhistorischen Gegenstände nicht ausser acht lässt: dabey ein äußerst bescheidener Mann, den die Sache selbst interessiert, […]er lebt sehr einfach und verwendet alles, was er bekommt, auf naturhistorische Sammlungen." (zitiert bei Hermannstädter, S. 35 f.)
Friedrich Sello: Raupe - Aquarell und Bleistift
(MfN)
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Aus dem Skizzenbuch (Bleistift). Wahrscheinlich eine Nagetierart der Gattung Akodom
(MfN)
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Friedrich Sello (Bleistift): Sello klassifizierte den Fisch
als Silurus (Echter Wels); es handelt sich wahrscheinlich um eine
Art aus der Gattung Pimelodidae (Antennenwelse)
(MfN)
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Friedrich Sello: Fisch (Aquarell). Sello hat sich viel Zeit
genommen, um diesen farbenprächtigen Fisch zu aquarellieren
(MfN)
"Dabei kam Sello auf diesen Streifzügen in Gegenden, die von wilden Indianerstämmen bewohnt (?) werden, den BUGNES, speziellen COREADOS und BOTUCUDOS genannt, welche dem Reisenden tagelang nachschleichen und ihn angreifen, wenn sie ihn unbewacht und unvorsichtig finden; wie sie denn meistens nur in der Morgen- und Abenddämmerung oder in mondhellen Nächten ihn überfallen." (GStA PK)
Mit dem Prinzen zu Wied reiste Sello auch in die Siedlungsgebiete der Botocuden um den Rio Doce und Minas Gereas, die den Prinzen besonders interessierten. Er nahm mehrere Zeichnungen Sellos in seinen Reisebericht auf.
Die Botocudo galten - ohne dass es je bewiesen wurde - als Menschenfresser. Sie trugen Ohr- und Lippenpflöcke, die die Portugiesen an Fassspunde - botoques - erinnerten, daher der Name. Sello hat einige porträtiert; obgleich er in diesem Falle mit der camera lucida arbeitete, also nur Umrisse zeichnete, hat er den Menschen anschließend individuelle Züge verliehen. (GStA PK)
Friedrich Sello: Kopfstudie eines Botocuden
(Löschner 1988, S. 157)
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Friedrich Sello: Kopfstudie eines Botocuden
(Löschner 1988, S. 161)
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Friedrich Sello: Brasilianische Landschaft
(MfN)
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Friedrich Sello: Blick in die Hütte einer Coroado-Indianerin, 1819
(MfN)
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Mit Olfers unternahm Sello auch Reisen zu indianischen Siedlungen von Puri, Coropo und Coroado.
"Die Männer lagen in ihren Netzen u. kamen nicht zum Vorschein. Die Weiber saßen auf dem Platze […] und kernten Baumwolle aus. Die Kinder lagen teils an der Mutterbrust, theils spielten sie umher. […] Wir warfen uns zu ihnen auf die Erde nieder u. plauderten mit ihnen bis der Sternenhimmel hoch u. klar über uns stand. Ein Feuer von stark dampfenden Sachen verscheuchte die Mosquitos." (Tagebucheintrag von Olfers, zitiert bei Hermannstädter, S. 16)
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Friedrich Sello: Waffen und Geräte
(MfN)
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Friedrich Sello: Waffen und Geräte
(MfN)
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Friedrich Sello: Junger Mann mit Hacke
(MfN)
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Sello fertigte viele Zeichnungen der missionierten Indianer an:
Friedrich Sello: Anna, eine alte Indianerin
(MfN)
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Friedrich Sello: Maria Eusebia Tshlerigei
(MfN)
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Das Aquarell zeigt einen Soldaten, der Prinz zu Wied hat die Ausrüstung beschrieben:
"Jeder führt seinen Proviant mit, außerdem ein Pulverhorn, Pulver, ein großes Messer, einen Rucksack und ein Gewehr, über dem ein Tierfell lag, um das Schloss vor Feuchtigkeit zu schützen.
Die Soldaten gingen barfuß." (Löschner, S. 22) |
Friedrich Sello: Pai Gutinho
(MfN)
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"Von dieser Zeit an [1828] war Sello's Name, als der eines ausgezeichneten Reisenden bei allen civilisirten Nationen immer mehr bekannt. Engländer, Franzosen, Deutsche, die nach Südamerika kamen, fragten nach Sello. In Brasilien selbst übertrug ihm der Kaiser das Einsammeln von Naturgegenständen für die wissenschaftlichen Anstalten in Rio de Janeiro, - die Gouverneure, selbst entfernter Provinzen in Brasilien, andere Kaiserliche Beamte berichten in verschiedener Zeit und aus den verschiedensten Orten, dass Sello's Name bei den Colonisten überall und selbst bei den Indianern, da er viele Stämme auf seinen Streifzügen berührt und eine glückliche Art hatte, mit Menschen aller Stände und Völker jeder Bildung gut umzugehen, ihnen wohl bekannt sei." (GStA PK)
Leider war es ihm nicht vergönnt, seine Sammlungen persönlich auszuwerten - Friedrich Sello hatte beabsichtigt, nach 17- jährigem Aufenthalt in Brasilien in die Heimat zurückzukehren, ertrank aber im Oktober 1831 im Rio Doce. Es ist übrigens das Jahr, in dem der junge Charles Darwin zu seiner epochemachenden Reise aufbrach.
Prinz zu Wied: Schifffahrt auf dem Rio Doce. Im Boot wahrscheinlich Sello, Freyreiss und der Prinz
(Löschner 1988, S. 88f )
Anmerkungen
Die oben z.T. erstmals, z.T. an entlegenen Stellen veröffentlichten Zeichnungen Sellos geben nur einen kleinen Einblick in das zeichnerische Werk Sellos. Neben dem Skizzenbuch und Zeichnungen in den Tagebüchern besteht dieser Nachlass aus 230 Blättern, davon 222 von Sellos Hand. Nur wenige Blätter sind datiert. Auf einen Einzelnachweis wurde verzichtet. Der Nachlass befindet sich in der Historischen Arbeitsstelle des Museums für Naturkunde an der Humboldt-Universität in Berlin (MfN)
Weitere Zeichnungen und Briefe Sellos befinden sich im Nachlass des Prinzen zu Wied, einige davon wurden bei Löschner (s.u.) 1988 veröffentlicht.
Danksagung
Wir danken ganz herzlich Frau Dr. Landauer und insbesondere Frau Dr. Hackethal von der Historischen Arbeitsstelle für die liebenswürdige und kenntnisreiche Einführung in den schriftlichen und zeichnerischen Nachlass Friedrich Sellos sowie die vielen weiterführenden Hinweise.
Ungedruckte Quellen:
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Recherche von Krafft-Aretin Eggert vom 11.11.2008, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK), Archivalien: I HA Rep.89, Nr.19 566 und Nr.21 357 betreffend Friedrich Sello, Naturforscher.
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Recherche von Krafft-Aretin Eggert vom 13.05.2009 im Archiv der Brudergemeine in Herrnhut, R6 C.b.No.1.e.
Literatur:
- Hackethal, Sabine, Friedrich Sello (1789-1831); Skizzen einer unvollendeten Reise durch Südamerika. In: Fauna Flora Rhl.-Pfalz, Beiheft 17, 215-228, Landau 1995
- Hermannstädter, Anita, Brasilien - Land der Zukunft, Naturkundliche Expeditionen 1800-1831. In: Deutsche am Amazonas - Forscher oder Abenteurer? Expeditionen in Brasilien 1800-1914, Hrsg. Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Ethnologisches Museum, 2. unveränderte Auflage, Berlin 2005, S. 26 ff.
- Hannelore Landsberg und Ferdinand Damaschun, Aus Tradition modern: Zur Geschichte des Berliner Museums für Naturkunde, S. 24 ff. In: Als das Leben laufen lernte , Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin, München Berlin London 2007
- Löschner, Renate u. Birgit Kirschstein-Gamber (Hg), 1988: Nachlass des Prinzen Maximilian zu Wied-Neuwied; Teil 1, Illustrationen zur Reise 1815 bis 1817 in Brasilien. Brasilien-Bibliothek der Robert Bosch GmbH, Bd.2, Stuttgart. (zitiert als "Löschner")
- Kümin, Beatrice, Expedition Brasilien, Von der Forschungszeichnung zur ethnographischen Fotographie, Bern 2007
- Pfüller, Jahn, Lübcke, Traditionen des Museums für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin in der naturhistorischen Erforschung und Erschließung lateinamerikanischer Länder im 19. Jahrhundert und ihre gegenwärtige Bedeutung. In: Neue Museumskunde, Jahrgang 23, 3/80; Hrsg. Rat für Museumswesen beim Ministerium für Kultur der Deutschen Demokratischen Republik
- Der Brockhaus in 15 Bänden, Leipzig - Mannheim 1997
- v. Sydow, Anna (Hg), Gabriele von Bülow, Ein Lebensbild, 15. Auflage, Berlin 1913, S. 533
- Fotos: B.A.Eggert, 2009
Auskunft über Sellos Sammlungen und ihr Schicksal finden sich in dem Aufsatz von Frau Dr. Hackethal sowie im Katalog "Als das Leben laufen lernte", sowie bei: Haas, Richard, Brasilien an der Spree. In: Deutsche am Amazonas, s.u.
Im übrigen verweisen wir nach wie vor auf den
wikipedia-Artikel zu Friedrich Sello
sowie auf den
Artikel von Dr.habil. H.-D. Krausch
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S.E., 11.06.2009